Dies ist eine kompakte Übersicht zu Peptide — geschrieben für Leser, die mehr als einen Absatz, aber kein Lehrbuch wollen.
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Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde auf Veranlassung und Kosten der Bürgerschaft durch den Baumeister Marco Antonio Gilmetti in Unter Neuern (Dolní Nýrsko) die Filialkirche der Vierzehn Nothelfer errichtet. Zu den nachfolgenden Besitzern gehörten bis 1720 Peter Kotz von Dobrz und danach Dionysius Kotz von Dobrz. Letzterer verkaufte die Herrschaft Bistritz in den 1750er Jahren an Karl Joseph Reichsgraf von Palm-Gundelfingen. 1782 verlor Unter Neuern wegen des Verkaufs von Salz nach außerhalb das Salzstapelrecht. Nach einem Blitzeinschlag brannte 1798 das jüdische Ghetto in Unter Neuern nieder. Unter Neuern wurde auch als Stadtl am Sand und Ober Neuern als Gränzstadtl bezeichnet. Im Jahre 1814 erbte Karl Josephs Sohn Karl Joseph Franz, Reichsfürst von Palm-Gundelfingen die Herrschaft Bistritz. Im Jahre 1837 bestand das beiderseits der Angel an der Straße nach Neumark gelegene Städtchen Unter-Neuern bzw. Dolnj Negrsko aus 120 Häusern mit 825 deutschsprachigen Einwohnern; das jüdische Ghetto umfasste 18 Israelitenhäuser, in denen 24 jüdische Familien lebten. In Unter-Neuern bestanden eine Filialkirche zu den Vierzehn Nothelfern, eine Synagoge, ein Gemeindehaus, ein obrigkeitliches Spital, eine Papiermühle, eine Walkmühle, eine Ziegelhütte und vier Wirtshäuser. Das rechts der Angel an der Straße nach Deschenitz befindliche Städtchen Ober-Neuern bzw. Hornj Negrsko bestand aus 48 Häusern mit 425 deutschsprachigen Einwohnern; im einzigen Israelitenhaus lebten zwei jüdische Familien.
Quellen: de.wikipedia.org
Unter dem Patronat der Obrigkeit standen in Ober-Neuern die Pfarrkirche zum Apostel Thomas, die Pfarrei und die Schule. Außerdem gab es in Ober-Neuern zwei Wirtshäuser und eine fünfgängige Mühle mit Brettsäge. Ober-Neuern war Pfarrort für Unter-Neuern, Bistritz (Bystřice nad Úhlavou), Starlitz (Starý Láz), Hoslau (Blata), Holletitz (Hodousice), Millik (Milence), Freihöls (Stará Lhota), Hinterhäuser (Zadní Chalupy), Glashütten (Skelná Huť), Kolheim (Uhliště) und Dörstein (Suchý Kámen). Die landwirtschaftliche Nutzfläche der gemeinschaftlichen Stadtgemeinde Neuern umfasste 1030 Joch 834 Quadratklafter. Die Bewohner lebten von der Landwirtschaft und etwas Handwerk. Die jüdischen Einwohner betrieben vor allem Handel mit Bettfedern. In Neuern gab es 75 Handwerksbetriebe, zehn Gemischtwarenhändler, 18 Hausierer sowie 49 Markthändler. Im Jahre 1839 verkaufte Karl Joseph Franz, Reichsfürst von Palm-Gundelfingen die Herrschaft Bistritz an das Haus Hohenzollern. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieben Unter-Neuern und Ober-Neuern zur Allodialherrschaft Bistritz untertänig. Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften wurden Unter Neuern und Ober Neuern 1850 zur Stadtgemeinde Neuern / Nýrsko im Gerichtsbezirk Neuern vereinigt. Neuern wurde zum Sitz eines Bezirksgerichts. Im Jahre 1861 entstanden in der Stadt durch mehrere Brände erhebliche Schäden. Ab 1868 gehörte die Stadt zum Bezirk Klattau. Am 20. September 1876 wurde die von der k.k. privilegierten Eisenbahn Pilsen–Priesen errichtete Bahnstrecke Pilsen–Neuern eröffnet.
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Nach der Vollendung des Spitzbergtunnels wurde die Strecke exakt ein Jahr später bis nach Markt Eisenstein verlängert und damit auch ein Anschluss an die bayerische Bahn nach Deggendorf und Plattling geschaffen. Unter Neuern und Ober Neuern wuchsen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Einheit zusammen. 1880 erfolgte die Anlegung eines Grundbuches mit einheitlicher Bezifferung für ganz Neuern, damit ging auch die Aufhebung der Gliederung der Stadt in die Ortsteile Unter Neuern und Ober Neuern einher. Zu dieser Zeit hatte die Stadt 1588 Einwohner. Haupterwerbsquellen waren die Zündholzfabrikation, der Federnhandel und die Glasschleiferei. Zum Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich in Neuern Industriebetriebe an. 1895 verlegte die Optische Fabrik W. Eckstein & Co. ihren Sitz von Wien nach Neuern. Im Jahre 1902 entstand am Bahnhof Neuern die Forken und Schaufelfabrik S. Bernt. Außerdem wurde in Neuern eine Fabrik von M. Joss & Löwenstein errichtet. 1930 lebten in den 505 Häusern von Neuern 3230 Personen, darunter waren 288 Tschechen. Nach dem Münchner Abkommen wurde Neuern 1938 an das Deutsche Reich angeschlossen und gehörte zwischen 1939 und 1945 zum Landkreis Markt Eisenstein. 1939 hatte die Stadt 3443 Einwohner. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind drei Einwohner von Neuern auf Befehl des SS-Obersturmbannführers Hans-Hermann Wolff von der Gestapo-Leitstelle Weimar erschossen worden, als sie die kampflose Übergabe des Ortes an die heranrückenden Amerikaner vorbereiteten. Am 3. Mai 1945 besetzte die 3. US-Armee die Stadt.
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Auf dem Friedhof des Ortes befindet sich ein Massengrab mit 112 Opfern eines SS-Todesmarsches aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Die meisten deutschsprachigen Bewohner wurden 1945 vertrieben. Am 22. Mai 1947 hatte Nýrsko 2559 Einwohner. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt um neue Wohnsiedlungen erweitert. 1961 wurde Stará Lhota eingemeindet. 1974 erfolgte der Abriss der Kirche der Vierzehn Nothelfer. Am 1. Juli 1975 wurde Hodousice (mit Blata) und am 1. Jänner 1976 Bystřice nad Úhlavou eingemeindet. Zu Beginn des Jahres 1980 erfolgte die Eingemeindung von Zelená Lhota. Nach der Öffnung der Staatsgrenze zu Deutschland und den nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wiederhergestellten Straßenverbindungen wurde Nýrsko zu einem Ferienort und Zentrum des Tourismus im nördlichen Teil des Böhmerwaldes. Bedeutendstes Unternehmen ist die aus der Fabrik W. Eckstein & Co. hervorgegangene Okula Nýrsko.
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